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29. März 2019

Seoul – Die Business-City mit ein bisschen Tourismus

Nach knapp 1,5 Wochen in Südkorea bzw. Seoul komme ich nun endlich mal dazu, den ersten Blogeintrag zu verfassen. Getreu dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ bestand meine Zeit in der südkoreanischen Hauptstadt überwiegend aus Arbeit. Im Nachhinein kann ich allerdings sagen, dass diese Aufteilung der Stadt definitiv gerecht wird und ich mich jetzt auf das spannende Vietnam freue. Mehr dazu erfährst du in diesem Blogeintrag.

Das Stadtbild von Seoul

Zuallererst muss ich erwähnen, dass ich eigentlich gar nicht so auf Städtetrips stehe. Ich mag es einfach wesentlich lieber, durch Täler und über Berge zu fahren und zu wandern und die Landschaft zu genießen. Allerdings gibt es schon jede Menge zu sehen in Seoul. Die Stadt ist gefühlt riesig und wächst vor allem in die Höhe: Wo man hinschaut sieht man einen Wolkenkratzer neben dem anderen. Immer wieder denke ich, „so stelle ich mir auch New York vor“.

Allerdings findet man wenn man genauer hinsieht auch immer wieder kleine, grüne Idyllen, kleine Spielereien wie z.B. eine Treppe, bei der jede Stufe einen anderen Klavierton beim Betreten von sich gibt oder lustige Melodien in der Metro. Hier und da kommt dann sogar das traditionelle Korea wieder zum Vorschein. Manchmal biege ich um die Ecke und lande in einem Food Market, einem traditionellen Tempel oder in einem ganz traditionellen Restaurant.

Sehenswürdigkeiten

Zeremonie des Wachwechsels am Deoksugung Palace

Bukchon Hanok Village

Palast am National Museum von Korea

Aussichtsplattform im 123. Stock des Lotte World Tower

Tatsächlich gibt es einige Sehenswürdigkeiten in Seoul. Die historischen Paläste sowie das National Museum of History sind sicherlich einen Besuch wert. Auch der Eintritt war meistens sehr erschwinglich. Viele der Sehenswürdigkeiten habe Ich während bzw. vor dem Meeting mit meinen Kolleginnen besucht. Letztendlich gab es aber im Deoksugung Palace gar nicht so viel zu sehen. Die Zeremonie des Wachwechsels war allerdings sehr interessant.

Während meines Aufenthalts in Seoul habe ich zwei Virtual Reality Arenen besucht, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der absolute Hit war der VR Square, bei dem man sich auf insgesamt 4 Etagen mit verschiedensten Spielen, teilweise auch mit realistischen Simulationen, vergnügen kann.

Ein Highlight kurz vor dem Flug nach Hanoi war dann sicherlich noch die Aussicht auf Seoul vom 123. Stock des Lotte World Towers aus. Für 25€ kann man auf 6 Etagen die Aussicht genießen und über eine durchsichtige Glasplattform knapp 500 Meter in die Tiefe schauen. Für mich als Höhenangst geschädigter Mensch natürlich kaum machbar, aber Philipp hat mich immer weiter angespornt. Irgendwann stand ich dann auch mit schlotternden Knien drauf.

Das Essen

Die kulinarische Vielfalt der koreanischen Küche lässt wirklich keine Wünsche übrig. Für mich vielleicht einen: Das ein oder andere frische Gemüse habe ich dann im Vergleich zu anderen asiatischen Küchen doch etwas vermisst. Vieles ist frittiert, gekocht oder eingelegt.

Scharfe Hühnerfüße (Chicken Feet)

Die vielen Food Markets bieten wirklich auch den ausgefallensten Geschmäckern eine große Auswahl. Neben Klassikern wie Kimchi (in Chilli eingelegter, leicht vergorener Kohl) oder jede Menge Fleisch- und Wurstwaren gibt es auch gekochte Hühnerfüße, lebendig abgeschnittene und noch zappelnde Oktopus-Beine und jede Menge gefüllte Gedärme von Kuh und Schwein. Spätestens bei den Hühnerfüßen (sehr scharf aber wenig Geschmack, von der Konsistenz her knorpelig) hört es dann aber für mich auf.

Mein persönliches Highlight auf der Reise war aber tatsächlich das Korean BBQ, bei dem man frisches Fleisch direkt am Tisch grillt und mit verschiedenen Zutaten wie Kimchi, Zwiebeln, Pilzen, Eierpudding (ähnlich wie Rührei) und Dips isst. Auch die Dumplings, Kimchi und allerlei Street Food haben wir sehr geschmeckt. Wovon ich wohl allerdings wirklich zu viel hatte war warmes Surimi (Krebs-Ersatz, Orange eingerollt), das es überall in verschiedenen Gerichten gibt.

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Seoul wirklich sehr einfach zu handhaben. Man bucht sich am Automat ein einmaliges Ticket, oder eine so genannte „T Money Card“, die man dann ab 1000 Won immer wieder aufladen kann. Beides kann man dann in Bus und Bahn einsetzen.

Allerdings muss man bedenken, dass Seoul wirklich eine riesige Stadt ist und die Distanzen teilweise sehr groß. Da dauert es schon manchmal bis zu einer Stunde um von Stadtteil A nach Stadtteil B zu kommen.

Taxen habe ich während meiner Reise wenig genutzt, da die Metro oft dann einfach schneller und einfacher war.

Preise in Seoul

Hier war ich ehrlich gesagt überrascht: Die Preise in Seoul sind im Asien-Vergleich wirklich sehr teuer. Im Vergleich zu Deutschland unterscheiden sich die Länder gar nicht so sehr.

Ein gutes Essen für zwei Personen liegt dann gut und gerne schon mal bei 40€, ein Bier kostet oft umgerechnet 3-4€ in einer Bar und Street Food liegt für kleine Snacks bei etwa 2,50-3€ oder für größere Sattmacher bei 5€. Viele der internationalen Produkte sind ödeten preislich identisch mit Deutschland und unterscheiden sich kaum.

Uber habe ich erst gar nicht getestet, da mir die Preise von Uber im Vergleich zur Metro 1,20-1,80€ pro Fahrt) einfach zu teuer waren.

Fazit

Seoul ist denke ich eine wunderbare Stadt, um sich einen guten Eindruck über den koreanischen Lebensstil und die Kultur zu verschaffen. Neben der Trinkkultur mit jeder Menge Soju (ein Schnaps, der u.a. Mit Bier gemischt wird) und dem enorm stark ausgeprägten Kosmetik-Wahn mit Cremes, Masken und OPs fällt dann doch auf, dass sich alles sehr stark an dem westlichen Lebensstil orientiert und Seoul gar nicht so asiatisch wirkt.

Was mir dennoch aber recht negativ aufgefallen ist, dass sehr viele Koreaner kein oder nur sehr schlechtes Englisch sprechen. Eine Verständigung ist manchmal kaum möglich.

Alles in Allem war der Trip nach Seoul aber echt schön! Die touristische Seite hat man zwar in wenigen Tagen angeklappert, aber die Stadt hat enorm viele Möglichkeiten und Details zu bieten, die man immer wieder entdecken kann.

Und durch die kurze Distanz zur nordkoreanischen Grenze, war auch ein Trip zur demilitarisierten Zone in wenigen Stunden gemacht. Mehr dazu kannst du in meinem nächsten Blogeintrag lesen.

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